Kolumbien ist kein Land, das sich mit einem einzigen Bild zusammenfassen lässt. Hinter der kolonialen Fassade Cartagenas, in den Smaragdminen von Chivor, auf den Kaffeegütern des Eje Cafetero und in den Straßen Medellíns, das sich so beharrlich neu erfindet – überall begegnet man Menschen mit Geschichten, die erzählt werden wollen.
Diese Reise ist kein Best-of Kolumbiens. Sie ist eine Einladung, tiefer zu gehen: an weniger bekannte Orte, zu echten Begegnungen, mit Zeit zum Beobachten und Wiederbesuchen. Das Ziel ist nicht, möglichst viel zu sehen – sondern ein eigenes fotografisches Projekt zu entwickeln, eine persönliche Bildsprache zu finden und am Ende der Reise eine kohärente Bilderserie mitzunehmen.
Dazu gehört, dass wir regelmäßig innehalten: Bilder gemeinsam anschauen, besprechen, hinterfragen. Der Laptop ist dabei kein optionales Zubehör, sondern ein fester Bestandteil der Arbeit – als Werkzeug, um das eigene Sehen zu schärfen. Frank und Sabine begleiten die Gruppe nicht als Motivjäger, sondern als Mentoren.
Die Gruppe ist klein. Die Wege sind manchmal weit. Und Kolumbien hat eine Art, einen zu überraschen, wenn man aufgehört hat, nach dem Besonderen zu suchen.
Zwei erfahrene Fotografen (Frank und Sabine) begleiten die Gruppe während der gesamten Reise als Mentoren und Workshop-Leiter. Ein deutschsprachiger Reiseleiter (Christian) ist vom ersten bis zum letzten Tag dabei.
Mehr über das Konzept und die beiden Fotocoaches: → StoryLAB Kolumbien 2027
Cartagena
Cartagena ist eine Stadt, die aussieht, als hätte sie jemand für die Fotografie erfunden – und die genau deshalb eine echte Herausforderung ist. Die Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster, den farbigen Fassaden, den blumenbewachsenen Balkonen und den schattigen Innenhöfen ist so malerisch, dass das offensichtliche Bild fast immer das schwächste ist. Wer genauer schaut, findet mehr: das Licht in den engen Gassen zu bestimmten Tageszeiten, die Menschen auf den belebten Plätzen, den Kontrast zwischen der polierten Touristenzone und den lebendigen Vierteln dahinter. Cartagena belohnt Geduld und Neugier – und bestraft den schnellen Blick.
Bogotá
Bogotá ist eine Stadt, die man nicht auf den ersten Blick versteht – und die man genau deshalb immer wieder fotografieren möchte. La Candelaria, der historische Kern, bietet alles, was Streetfotografen suchen: enge Gassen, koloniale Fassaden, die von Graffiti und politischer Wandmalerei überschrieben werden, dazu Straßenhändler, Studierende, Musiker und Passanten, die das Viertel zu jeder Tageszeit beleben. Die Kontraste sind dabei das eigentliche Motiv – zwischen alt und neu, zwischen Verfall und Aufbruch, zwischen dem, was die Stadt war, und dem, was sie werden will. Wer höher hinauswill: Vom Hausberg Montserrat, per Seilbahn erreichbar, öffnet sich ein Blick über das endlose Häusermeer der Sieben-Millionen-Stadt – ein Bild, das die schiere Dimension Bogotás greifbar macht.
Jardín
Jardín ist eines jener Dörfer, die so aussehen, als hätte die Zeit einen Moment innegehalten. Im milden Klima der Kaffeezone gelegen, zeigt es das Beste des kolumbianischen Eje Cafetero: bunte Fassaden, einen lebhaften Dorfplatz und Bewohner, die ihrer Gastfreundschaft mit einer Selbstverständlichkeit begegnen, die man selten erlebt. Für Fotografen ist Jardín mehr als Kulisse – es ist ein Ort, an dem echte Nähe möglich ist.
Die umliegenden Kaffeegüter gehören zu den eindrücklichsten Motiven der Reise. Wir begleiten Kaffeebauern bei ihrer Arbeit – bei der Ernte auf den Feldern und bei der Verarbeitung der Bohnen.
13-tägiger Fotoworkshop mit Unterkunft in guten Mittelklasse Hotels
persönliches Mentoring durch zwei Fotografen (Sabine & Frank)
alle Aktivitäten gemäß der Reiseausschreibung
deutschsprachige Reiseleitung vor Ort
Inlandsflug Medellín - Cartagena
Eintritte + Fotogebühren
Reise-Sicherungsschein nach deutschem Reiserecht
Langstreckenflüge nach Kolumbien (bieten wir euch gerne mit an)
persönliche Reiseversicherungen (Reiserücktritt und -abbruch, Fotoausrüstung, Auslandskrankenversicherung, etc. - wie beraten euch gerne)
Trinkgelder
Zu dieser Fotoreise liegt uns noch keine Rückmeldung vor. Lesen Sie gerne das Feedback anderer Reisen.
Fotos von Frank Niedertubbesing & Sabine Kneidinger
Tag 1
Ankunft, Transfer ins Hotel, gemeinsames Abendessen. Der erste Abend gehört dem Ankommen und dem gegenseitigen Kennenlernen – der Gruppe, dem Konzept, dem Land.
Übernachtung:
Hotel Casa Deco,
Bogotá
Tag 2
Morgens Spaziergang durch La Candelaria, den historischen Kern Bogotás: bunte Kolonialbauten, politische Wandmalereien, das pulsierende Straßenleben eines Viertels, das sich seiner Geschichte nicht schämt. Nachmittags Fahrt in den Süden der Stadt. Dort dokumentieren wir die Essensausgabe einer Hilfsorganisation für Bedürftige – vom Aufbau der Küche über das Kochen bis zur Ausgabe. Das ist kein Fototermin, sondern eine Begegnung: mit Menschen, die helfen, und mit Menschen, die Hilfe brauchen. Wer zuhört, bekommt mehr als ein Bild. Abends erste gemeinsame Bildbesprechung.
Übernachtung:
Hotel Casa Deco,
Bogotá
Tag 3
Fahrt in die östliche Kordillere nach Chivor, einem kleinen Dorf, das von der Welt weitgehend übersehen wird – und genau deshalb so viel zu erzählen hat. Nachmittags Spaziergang durch den Ort, Streetfotografie, abends Workshop im Hotel.
Tag 4
Dieser Tag gehört einem Bergarbeiter der Smaragdmine. Wir begleiten ihn – bei der Arbeit unter Tage, im Dorf, wenn möglich auch zu Hause. Smaragde sind in Chivor nicht Glamour, sondern harte Arbeit und ein Leben zwischen Hoffnung und Unsicherheit. Die Kamera ist hier kein Fremdkörper, die Begegnung ist vorbereitet und gewollt. Trotzdem bleibt es die Aufgabe jedes Einzelnen, das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird, in Bilder zu übersetzen. Anschließend Rückfahrt nach Bogotá.
Tag 5
Am 13. November 1985 wurde die Stadt Armero in einer einzigen Nacht von einem Lahar des Vulkans Nevado del Ruiz begraben. Mehr als 20.000 Menschen kamen ums Leben. Heute ist Armero ein Ort der Stille – Ruinen, Gedenkstätten, und Menschen, die damals dabei waren. Wir besuchen Überlebende, die in dieser Nacht im Ort waren. Was sie erzählen, lässt sich nicht recherchieren. Es lässt sich nur hören. Und vielleicht, wenn man gut zuhört, auch zeigen. Übernachtung in Líbano.
Tag 6
Fahrt durch den Páramo des Nationalparks Los Nevados – eine der eindrücklichsten Hochlandlandschaften Kolumbiens – hinunter ins Kaffeedreieck. Ankunft in Jardín, einem der schönsten und am besten erhaltenen Kolonialstädtchen des Landes. Ein Tag der Ankunft und des ersten Schauens.
Tag 7
Wir besuchen ein Kaffeegut und verbringen den ganzen Tag mit einer Familie von Kaffeebauern – morgens bei der Verarbeitung der Ernte, nachmittags auf den Feldern. Die Kaffeeernte ist körperliche Arbeit, die früh beginnt und spät endet. Wer mitgeht, kommt näher ran als jeder, der nur zuschaut. Das ist der Unterschied, auf den diese Reise setzt.
Tag 8
Einer der wichtigsten Tage der Reise. Wer gestern fotografiert hat, kann heute vertiefen – dieselben Orte, dieselben Menschen, andere Bilder. Wer gestern noch beobachtet hat, fotografiert heute. Streetfotografie im Dorf, ein bis zwei Workshops im Hotel. Zeit, das bisher Erlebte zu sichten und zu verstehen, wohin die eigene Arbeit führt.
Tag 9
Morgens Workshop und Bildbesprechung. Dann Fahrt über Jericó – ein weiteres stilles Kolonialstädtchen, das einen kurzen Aufenthalt und ein paar Bilder verdient – weiter nach Medellín.
Übernachtung:
La Campana Boutique,
Medellín
Tag 10
Medellín hat sich neu erfunden – und trägt die Narben dieser Verwandlung noch sichtbar. Heute verbringen wir Zeit mit Menschen, die die 80er und 90er in dieser Stadt miterlebt haben: die Gewalt, die Angst, den langsamen Wandel. Keine Führung, keine Kulisse – sondern Gespräche mit Betroffenen, die bereit sind zu erzählen. Was daraus entsteht, liegt an jedem Einzelnen.
Übernachtung:
La Campana Boutique,
Medellín
Tag 11
Flug nach Cartagena. Die Ankunft in der Karibik fühlt sich an wie ein Klimawechsel in jeder Hinsicht: andere Luft, andere Farben, ein anderes Tempo. Nachmittags erster Spaziergang durch die Altstadt – Streetfotografie in den engen, farbenprächtigen Gassen des Centro Histórico.
Übernachtung:
Hotel 3Banderas,
Cartagena
Tag 12
Morgens Besuch des Marktes in Kleingruppen – einer der lebendigsten und direktesten Orte der Stadt. Nachmittags Fotografie der Drachenflieger an der Stadtmauer: im August weht der Passat verlässlich, und die Stadtmauer gehört dann den Einheimischen, ihren Drachen und dem Abendlicht.
Übernachtung:
Hotel 3Banderas,
Cartagena
Tag 13
Früh morgens, wenn die Altstadt noch fast leer ist, letzter Spaziergang durch die Gassen. Nach dem Frühstück abschließender Workshop: Bildbesprechung, Rückblick, erste Gedanken zur eigenen Serie. Nachmittags Transfer zum Flughafen.
Wichtiger Hinweis: Diese Reise hat Workshopcharakter. Die Teilnahme an den gemeinsamen Bildbesprechungen ist fester Bestandteil des Programms – nicht optional. Ein Laptop mit Bildbearbeitungsprogramm (Lightroom oder vergleichbar) ist mitzubringen.