Reisebericht Peru 2022

Martin Skjeldal 08.09.2022

Auch unsere Peru Fotoreise konnte nach mehreren Corona-bedingten Verschiebungen im Mai endlich stattfinden. Und das Warten hat sich definitiv gelohnt. Wir haben eine Menge zusammen erlebt. Vor allem abseits der Touristenpfade hatten wir einige eindrucksvolle Momente von denen ich euch in diesem Blogbeitrag gerne berichten möchte.

Ich bin kein Fan davon Dinge schon zu färben und ich habe deshalb kein Problem damit zuzugeben, dass das eigentliche Herzstück dieser Fotoreise und nach außen hin größte Highlight, Machu Picchu, für mich persönlich entbehrlich ist. Zu groß ist der Andrang an dieser einmaligen archäologischen Stätte, als dass man den Besuch noch ausgiebig genießen kann. Natürlich befinde ich mich auch in einer anderen Lage als unsere Reisegäste. Ich kenne die Ruinen schon und konnte sie bereits ausgiebig auf mich wirken lassen. Beeindruckend ist das Bauwerk immer wieder. Was mich stört sind die langen Schlangen am Eingang. Selbst in aller Frühe muss man für den Bus in Aguas Calientes am Fuße der Ruinen schon Schlange stehen. Dadurch, dass wir zu den ersten gehören, die oben sind, kann man zumindest ein bisschen erahnen, welche Magie von diesem Ort ausgeht. Wenn ich jetzt so recht darüber nachdenke, dann hatten wir tatsächlich auch zwei durchaus besondere Momente da oben. Als der Nebel morgens durch die Ruinen waberte, konnte man die Magie dieses Ortes wirklich spüren. Und bereits am Vorabend kurz vor Torschluss, als die meisten Besucher schon abgestiegen waren und die Sonne die gegenüberliegenden Bergspitzen streifte, da breitete sich ein Moment der Ruhe aus. Man kann sie also auch im Chaos finden, die Reisemomente, die hängen bleiben.

Außerdem ist Peru sowieso so viel mehr als Machu Picchu. Dieses wunderbare Land nur auf seine weltbekannten Ruinen zu reduzieren wird ihm keinesfalls gerecht. Das ist das eigentliche Fazit dieser Fotoreise. Peru hat uns wahnsinnig viel geboten und wir konnten so ziemlich alles fotografieren, was dieses Andenland ausmacht. Neben den Inka-Ruinen, die sich auch andernorts wiederfinden und bis heute teils rätselhaft bleiben, kamen die Teilnehmer in den Genuss einer sehr abwechslungsreichen Fotoreise, die von Landschaftsfotografie, über Street- bis Tierfotografie so ziemlich jedes Genre bedienen konnte.

Was mir in Erinnerung bleiben wird, sind auf jeden Fall wieder die zahlreichen Begegnungen mit Einheimischen unterschiedlicher Herkunft. Zusammen mit Christian, unserem Guide vor Ort, kann man immer wieder das Gespräch suchen und daraus ergeben sich für die Gruppe viele unverfälschte Fotomomente. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man das Land nun nicht mehr wie ein gewöhnlicher Tourist bereist, sondern tiefer eintaucht in die Kultur, das Leben und den Alltag der Bewohner. Es ist einfach unser Anspruch euch dies zu bieten.

Ganz im diesem Geiste konnten wir beispielsweise in dem abgelegenen Ort Pillcopata im Manu Nationalpark etwas Street- und Porträtfotografie machen. Dort haben wir auch die wohl außergewöhnlichsten Fotos dieser Peru Tour gemacht, denn unsere Urwald Lodge liegt dort auf dem Gelände einer ehemaligen Hacienda, die in ihrer Blütezeit mit mehreren Flugzeugen vom Typ Antonow versorgt wurde. Heute steht eines davon wie ein Relikt aus einer anderen Zeit im dichten Urwald, der es nach und nach weiter vereinnahmt. Die ganz Mutigen (am Ende waren es alle), sind auch mit einem offenen Korb per Seilzug über einem Fluss geschwebt.

Auf dem Weg nach Pillcopata hatten wir zuvor noch eine Nacht im Nebelwald verbracht, wo wir eine Biologiestation besucht haben und unter anderem über Hängebrücken durch die Baumwipfel spaziert sind. Hier finden sehr interessante Forschungsprojekte statt und die Gruppe hat spontan beschlossen für eines davon, das den Einfluss der Brillenbären auf die Vegetation und den Erhalt dieses Ökosystems untersucht, einige Kamerafallen zu spenden. So konnten wir dann auch ganz nebenbei noch einen positiven Beitrag leisten. Auch ein sehr interessantes und aufwändiges Forschungsprojekt zum Klimawandel findet übrigens dort statt.

Unter dem Eindruck dieser Fotoreise haben Christian und ich dann auch gleich die Peru Tour für nächstes Jahr ausgetüftelt. Den Colca Canyon, an dem man die Kondore fotografieren kann, haben wir jetzt gestrichen. Es ist auch einer dieser Orte, die total überlaufen sind und wo man den Massen nicht einfach durch die zeitliche Planung entkommen kann. Alle sind morgens dort, wenn die Vögel ihre Runden drehen. Schweren Herzens haben wir auch Coporaque gestrichen, wo wir in diesem Abschnitt übernachtet haben. Der Besuch bei einer Bauernfamilie, den wir dort unternommen haben, wird jetzt andernorts stattfinden, wo wir ein authentischeres Erlebnis für euch organisieren konnten. Doña Sofia, bei der wir bisher zu Besuch waren, hatte in der Zwischenzeit sehr viel Erfolg und hat sich deshalb mehr auf den Tourismus konzertiert als auf die Arbeit auf dem Feld, wodurch ein wenig die Authentizität verloren gegangen ist. Die neu gewonnene Zeit nutzen wir außerdem dazu die farbigen Berge bei Cusco zu besuchen, die fotografisch ebenfalls sehr spannend sind.

Weiterhin Teil unserer Peru Fotoreise sind neben dem obligatorischen Besuch Machu Picchus auch die riesigen Sanddünen von Huacachina, wo wir eine Menge Spaß in den Wüsten-Buggys hatten und zudem noch tolle Fotos entstanden sind. Das Licht um den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang ist dort einfach magisch. Außerdem besuchen wir am Anfang wieder Arequipa, wo man sich super akklimatisieren kann vor traumhafter kolonialer Architektur und mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Vulkane. So können wir euch auch im nächsten Jahr viel Abwechslung bieten in diesem wunderbaren Andenland. Es wird wieder ein Mix aller fotografischer Genres. 

Peru ist übrigens so ziemlich das einzige Land Südamerikas mit einer spannenden Esskultur. Auch das kommt der Gruppe hier zugute, denn es bieten sich immer wieder Gelegenheiten neue, leckere Gerichte auszuprobieren. Und das muss nicht zwangsläufig ein Meerschweinchen sein, wie jetzt wahrscheinlich viele denken. Die peruanische Küche ist sehr vielfältig. So erwartet euch nicht nur fotografisch eine abwechslungseiche Zeit, sondern auch in kulinarischer Hinsicht. Und im Urlaub soll man es sich ja schließlich auch gutgehen lassen.

P.S.: Unser Teilnehmer Frank hat bereits einen Beitrag über unsere Peru Fotoreise für diesen Blog geschrieben. Seine persönliche Sicht auf diese Fotoreise ist auf jeden Fall sehr lesenswert und mit vielen tollen Bildern unterlegt. Hier könnt ihr seinen Reisebericht lesen.

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