Direkt zum Inhalt

Nordlichter Reisebericht

Martin Skjeldal 23.11.2018

Im November steht traditionell unser Nordlichter Special auf dem Programm. Die Region Troms hatte uns bislang noch nie enttäuscht und so starteten wir auch dieses Jahr wieder bester Dinge in Richtung Nordnorwegen. Der Begriff Nordlichter Jagd war dieses Mal mehr denn je Programm. Aber dazu gleich mehr...

Nach dem etwas umständlichen Umstieg in Oslo, bei dem man immer sein Gepäck neu aufgeben muss, zeigte sich Norwegen gleich von seiner schönsten Seite. Die tiefstehende Sonne tauchte die Landschaften, Fjorde und Wolkenfelder unter dem Flugzeug in sanftes, warmes Licht. Das fing doch schon mal gut an! Tromsø begrüßte uns dann zunächst mit kräftigem Regen. Kein Problem, denn der erste Abend steht sowieso im Zeichen erster Besorgungen und dem Kennenlernen. Unser Haus am Fjord, das wir immer gemeinsam beziehen, lädt zum gemütlichen beisammensitzen und Kochen ein. Als Einwohner Frankfurts, der auch noch in Flughafennähe wohnt, fällt mir immer als erstes die Stille auf, die man hier noch genießen kann.

Nach einem erholsamen Schlaf und gemütlichem Frühstück geht es direkt raus, um die Umgebung auf einem ersten Foto-Rundgang zu erkunden. Der Weg am Fjord führt vorbei an zahlreichen Bootshäusern und typischen norwegischen Häuserfassaden. Die Tage sind im November in Nordnorwegen kurz, aber wunderschön. Die tief stehende Sonne wandert endlos am Horizont entlang und spendet wunderbares, zartes Licht. Dazu ziehen häufig dunkle Wolken durch und geben den Berglandschaften die entsprechende Dramatik. Am Abend stand dann die erste Nordlichter Jagd auf dem Programm. Die Prognose für den Abend und die Nacht war in Küstennahe nicht sehr vielversprechend, sodass uns der Weg ins Landesinnere führte. Vidar, unser Guide, schaffte es dann auch einen wolkenlosen Himmel zu finden, allerdings war die Polarlicht-Aktivität eher schwach und nur von kurzer Dauer. Auch diese Tage gibt es und bei einem einwöchigen Trip ist das ja kein Problem.

Aufgrund der meist etwas längeren Nächte beginnen die Tage für die Gruppe etwas später als zuhause, aber gerade noch rechtzeitig um das Tageslicht aufzusaugen. Zwischen 10 und 14 Uhr sollte man deshalb lieber wach sein. Wir haben uns wieder in der Umgebung unserer Unterkunft aufgehalten. Unter anderem auch ein schönes altes Schiffswrack musste wieder als Fotomotiv herhalten. Am Abend dann wieder Nordlichter Jagd. Eine ähnliche Wetterprognose führte uns wieder ins Landesinnere. Das Ziel war dieses Mal ein Berg, den eine Vorgängergruppe aufgrund seiner Form "Toblerone Mountain" getauft hatte. Wieder haben wir es geschafft einen wolkenlosen Himmel zu finden. Leider gab es wieder nur schwache Polarlicht-Aktivität an einer vielversprechenden Location. Das waren wir hier so gar nicht gewöhnt. Hatte uns das Glück verlassen?

Am nächsten Morgen ging es dann auf einen Tagesausflug. Der Sonnenaufgang war schon fast kitschig schön und tauchte den Grindøysundet Fjord in goldenes Licht. Eine angemessene Entschädigung für bislang eher enttäuschende Nächte. Die Fjorde und Berglandschaften und Strände in der Gegend sind absolut sehenswert und so verging der Tag nicht nur aufgrund der kurzen Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wie im Flug. Schnell noch ein paar Bilder beim Kaffee besprechen und dann stand am Abend auch schon ein leckeres Abendessen bei Vidar und Silvia auf dem Programm. Dieser Abend in einem norwegischen Haushalt mit argentinisch-kanadischem Einschlag ist bei unseren Teilnehmern immer sehr beliebt. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Kochkünste unserer Gastgeberin. :)

Der folgende Tag startete dann wieder mit einem Tagesausflug. Dunkle Wolkenformationen über den Fjorden, durch die sich die Sonne zeigt. So stellt man sich das Leben als Landschaftsfotograf vor. :) Dazu gab es eine Rentierherde und den ganzen Tag über jede Menge Dramatik am Himmel. Der Regen zog dann erst auf, als wir alles im Kasten hatten. Das schlechte Wetter war auch der Grund dafür, dass wir direkt in die Nordlichter Jagd starteten. Vidars Vorschlag war es an diesem Abend bis nach Finnland zu fahren, um einen wolkenlosen Himmel zu finden. Der Plan sollte aufgehen. Nach einem Abendessen im amerikanischem Diner Style in einer finnischen Grenzstadt, ging es an einen zugefrorenen See einige Kilometer weiter im Landesinneren. Die Gruppe sollte an diesem Abend nicht enttäuscht werden. Endlich die erhoffte Aktivität am Himmel! Und auch die Temperaturen waren hier standesgemäß endlich unter null... 

Aufgrund der Nachtschicht in Finnland ging es am nächsten Tag etwas später los. Das Schöne an unserer Nordlichter Tour ist die Tatsache, dass man aufgrund des "festen Wohnsitzes" mehr Zeit zum Bilder sichten und für Bildbearbeitung und Bildbesprechungen hat, als auf anderen Zoom-Reisen. So konnten wir den "freien" Tag unter anderem auch dafür nutzen uns gemeinsam mit Lightroom zu beschäftigen. Am Abend waren wir dann noch einmal zum Essen bei Silvia und Vidar, ehe es mit Vidar wieder in die norwegische Nacht hinausging. Dieses mal hatte sich das Wetter verbessert, sodass wir an einem schönen Fjord auf unserer "Heimatinsel" Kvaløya fotografieren konnten. Und auch die Nordlichter waren für die Gruppe wieder gut sichtbar. Dieses Mal zeitweise richtig stark. Ausgiebiges Fotografieren an zwei verschiedenen Locations brachte entsprechend sehenswerte Ergebnisse. Somit war auch die letzte Nordlichter Jagd wieder ein voller Erfolg.

Der letzte Tag in Norwegen stand dann ganz im Zeichen eines Schiffsausfluges. Auf einer tollen Segelyacht ging es durch die wunderschönen Fjorde bei Tromsø. Bei ruhiger See und tollen Lichtstimmungen eröffneten sich uns dadurch ganz neue Perspektiven. Die Farben und Landschaften sind irre schön. Es war einer der letzten Tage an denen die Sonne noch für einige Zeit über dem Horizont steht und die Landschaften und Fjorde in wunderbares Winterlicht taucht. Außerdem waren die Temperaturen für diese Jahreszeit außergewöhnlich mild. Im Anschluss an den Segeltörn und als würdigen Abschluss dieser Fotoreise gab es dann noch ein leckeres Abendessen in einem gemütlichen Restaurant. Obwohl es in Sachen Polarlicht dieses Mal ungewohnt durchwachsen war, freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit Vidar, Silvia, dem Polarlicht und den fantastischen Fjordlandschaften Nordnorwegens. Vielen Dank an dieser Stelle an meine geduldige Gruppe, die immer gute Laune hatte und bester Dinge war. 

Teilen: