Reisebericht Patagonien Fotoreise 2018

By on 04.06.2018. Posted in .

Das Schöne an Patagonien ist, dass es Fotografen nie enttäuscht. Diese Erkenntnis bestätigte sich auch dieses Jahr wieder, als ich mit meiner Fotogruppe am südlichen Zipfel Amerikas unterwegs war. Viele Fragen, die mir Teilnehmer vor Abreise stellen, beschäftigen sich mit dem Wetter. Die Angst vor Ort im Regen zu stehen ist ziemlich weit verbreitet. Und so verschwende ich dann hier und da auch mal einen Gedanken an das Unwägbare. Dabei vergisst man so leicht, dass Patagonien in erster Linie von seiner Dramatik lebt, vom ständig wechselnden Licht, von dunklen Wolken, durch die das Sonnenlicht bricht, von Linsenwolken und Regenbögen und nicht zuletzt von seiner artenreichen Tierwelt. All das gab es auch dieses Jahr wieder zu bestaunen und zu fotografieren. Ein stahlblauer Himmel ist für Postkarten. Landschafts- und Naturfotografen schätzen doch die einzigartigen Momente, die so nie wiederkehren und davon gab es auch dieses Jahr wieder eine Menge.

Unsere kurzfristig geschrumpfte Minigruppe auf der berühmten Brücke, die bereits im Ruhestand ist. Im Hintergrund die Torres Türme, die Namensgeber des Nationalparks.

Unsere kurzfristig geschrumpfte Minigruppe auf der berühmten Brücke, die bereits im Ruhestand ist. Im Hintergrund die Torres Türme, die Namensgeber des Nationalparks.

Durch das ständig wechselnde Wetter und andere Faktoren außerhalb unseres Einflussbereiches, fallen dann auch die Höhepunkte jedes Mal wieder ein bisschen anders aus. Patagonien ist auch deshalb die perfekte Destination für Wiederholer. :) Das zeigt nicht zuletzt der Blick auf die internationale Fotografenszene. Diese Region ist und bleibt einer der großen Sehnsuchtsorte, der alle in seinen Bann schlägt, die das Naturerlebnis suchen. Der Reiz bleibt immer erhalten und frisch. Andere Wetterbedingungen, neue Begegnungen, wechselndes Licht. Die Faszination der Fotografie zeigt sich hier in all ihren Facetten. Mit den Herbstfarben hat es dieses Mal perfekt gepasst. Nachdem die Verfärbung der Blätter im letzten Jahr etwas später als üblich einsetzte, waren wir dieses Mal voll im Plan. Meine persönlichen Highlights waren auf jeden Fall die Schiffsfahrten vor den Gletschern. Der Perito Moreno und der Grey Gletscher wurden für uns perfekt ausgeleuchtet. Das hätte man im Fotostudio nicht besser hinbekommen. :) Da sind die Kameras heiß gelaufen, denn man hat ständig irgendwo ein anderes schönes Detail entdeckt. Die Schiffe fahren dort immer sehr langsam die Gletscherwand entlang, sodass sich ständig neue Perspektiven ergeben.

Fantastisches Licht vor dem Grey Gletscher in Chile.

Fantastisches Licht vor dem Grey Gletscher in Chile.

Ein ganz anderes Gletscher-Erlebnis hatten wir dann am Ende dieser Fotoexpedition während der Walbeobachtung. Vor dem Santa Inés Gletscher standen wir bei dichtem Schneefall und die Szenerie hatte etwas zutiefst Surreales, wie aus einer Traumsequenz. Wieder so ein einmaliger Moment! Immer wenn man denkt es geht nicht mehr oder man hat hier schon alles gesehen, wird man doch wieder überrascht. Am selben Vormittag hatten wir bereits eine sehr seltene Delfinart mit schwarz-weißer Färbung beobachten können, die vom dortigen Biologenteam überhaupt erst zum zweiten Mal in diesen Gewässern gesichtet wurde. Der perfekte Abschluss des Tages ergab sich schließlich auf dem Rückweg zum Camp, als dann noch der Himmel für kurze Zeit aufgerissen ist und somit für einen Moment noch das perfekte Licht für einen der letzten Wale des Tages lieferte. Was will man mehr?

Buckelwal in der Magallanstraße

Buckelwal in der Magellanstraße.

Da gerät schon fast in Vergessenheit, dass wir auch dieses Jahr wieder einen Puma gesehen haben. Wenn man weiß wo man suchen muss, stehen die Chancen eigentlich ganz gut im Torres del Paine Nationalpark. Und da kommt unser lokaler Guide Jürgen ins Spiel, der sich auch dieses Jahr wieder ein Extralob verdient hat. Er kennt nicht nur den Namen jedes Vogels in mehreren Sprachen inklusive Latein, sondern weiß auch genau wie man die verschiedenen Tiere am besten aufspürt. So zeigte sich dann auf dieser Tour wieder einmal wie wichtig die Qualität der örtlichen Guides für unsere Fotoreisen ist. Sie tragen einen erheblichen Anteil zu ihrem Gelingen bei. Apropos Puma. Das ist ein schönes Beispiel wie der Tourismus auch zum Erhalt einer Art beitragen kann. Pumas sind in diesen Breiten eigentlich gar nicht gerne gesehen, denn sie sorgen auf den riesigen Estancias jedes Jahr für den Verlust zahlreicher Schafe. Man kann sich schon denken was das zur Folge hat, denn auf seinem Privatbesitz kann der Eigentümer quasi machen was er will und der Puma wird daher auch gejagt. Im Nationalpark Torres del Paine hingegen hat man eine Schutzzone errichtet und eine angrenzende Estancia verkauft jetzt Puma Tracking Pakete, da sie damit mehr Geld verdient als mit der Schafzucht. Man kann davon halten was man will, aber die Bestände sind dadurch enorm gewachsen. Ich kann euch die genauen Zahlen nicht nennen, aber im Torres del Paine ist die Zahl der Pumas pro Landfläche um ein vielfaches höher als andernorts. Nirgendwo sonst auf der Welt hat man deshalb so große Chancen einen Puma in freier Wildbahn zu sehen wie hier, denn diese Wildkatze ist normalerweise äußerst schwer aufzuspüren, da sie sehr scheu ist, nachtaktiv und in großen Revieren lebt.

Dramatische Wolkenformationen, die ständig in Bewegung sind. Das ist einer der großen Reize im Torres del Paine NP.

Dramatische Wolkenformationen, die ständig in Bewegung sind. Das ist einer der großen Reize im Torres del Paine NP.

Was bleibt sonst noch in Erinnerung? Sicher unser einziger Regentag, an dem wir den Nationalpark Torres del Paine früher als geplant verließen und auf dem Weg anhielten, als wir Kondore sahen. Nach dem wir ausgestiegen waren, wurden wir dann nach und nach von kleinen Gruppen direkt überflogen. Es müssen insgesamt 30-40 Kondore gewesen sein. So etwas hatte noch nicht einmal unser Guide Jürgen zuvor erlebt, obwohl er hier jedes Jahr die komplette Saison verbringt. Aber auch unser Aufenthalt auf einer Estancia im Nationalpark Los Glaciares in Argentinien wird den Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Dort werden Herford Rinder und Schafe gezüchtet und die Gauchos gehen ihrer täglichen Arbeit nach, was uns sehr schöne Motive lieferte. Die malerischen Landschaften, mit schneebedeckten Bergen und dem Seitenarm des Lago Argentino, an dessen Ufer die Estancia liegt, tragen ihr übriges dazu bei. Dadurch war auch diese Patagonien-Expedition wieder sehr abwechslungsreich und fotografisch extrem ergiebig, auch wenn uns das erhoffte Alpenglühen am Fitz Roy dieses Mal nicht vergönnt war. Patagonien ist einfach eine Traumdestination, die immer spannend bleibt, egal wie oft man schon dort war. Nächstes Jahr mache ich allerdings erstmal eine Patagonien Pause. :) Heiko wird mich deshalb vertreten, denn er kennt sich vor Ort ebenfalls bestens aus. Selbstverständlich haben wir mit Jürgen wie einen der besten lokalen Guides im Team. Ich selbst werde dann vermutlich 2020 wieder mit einer Gruppe dort sein und kann es heute schon kaum erwarten…

Hier sind noch einige weitere Impressionen von dieser Fotoreise. Teilnehmerfotos folgen.

Irre Kondor Flugshow exklusive für unsere Fotogruppe. :)

Irre Kondor Flugshow exklusiv für unsere Fotogruppe. :)

 

Wasserfall bei El Chaltén.

Wasserfall bei El Chaltén.

 

Cabo Froward. Der südlichste Zipfel des Festlandes von Amerika.

Cabo Froward. Der südlichste Zipfel des Festlandes von Amerika.

 

Die Gletscherkante des Perito Moreno ist bis zu 60 Meter hoch. Abbrüche sind außerdem häufig und somit fest eingeplant. :)

Die Gletscherkante des Perito Moreno ist bis zu 60 Meter hoch. Abbrüche sind außerdem häufig und somit fest eingeplant. :)

 

Teilnehmer Jürgen an einem Fotospot bei El Chaltén.

Teilnehmer Jürgen an einem Fotospot bei El Chaltén.

 

Die Gruppe im "Versteinerten Wald von La Leona". Landschaften wie von einem anderen Planeten.

Die Gruppe im „Versteinerten Wald von La Leona“. Landschaften wie von einem anderen Planeten.

 

Weibliche Gauchos sind eine Seltenheit. Hier aber leicht zu identifizieren an der Farbe der Baskenmütze. :)

Weibliche Gauchos sind eine Seltenheit. Hier aber leicht zu identifizieren an der Farbe der Baskenmütze. :)

 

Die Schafe werden morgens auf die Weiden getrieben.

Die Schafe werden morgens auf die Weiden getrieben.

 

Entenvögel gibt es in Patagonien jede Menge.

Entenvögel gibt es in Patagonien jede Menge.

 

Die Torres Türme sind die Namensgeber des Nationalparks.

Die Torres Türme sind die Namensgeber des Nationalparks.

 

Annette und Frank im Nationalpark Torres del Paine. Im Hintergrund die Cuernos del Paine.

Annette und Frank im Nationalpark Torres del Paine. Im Hintergrund die Cuernos del Paine.

 

Der Grey See und im Hintergrund der gleichnamige Gletscher.

Der Grey See und im Hintergrund der gleichnamige Gletscher.

 

Unser Hotel ist wunderbar in die Landschaft eingebettet.

Unser Hotel ist wunderbar in die Landschaft eingebettet.

 

Dieser Fotospot im Torres del Paine zählt zu den absoluten Klassikern.

Dieser Fotospot im Torres del Paine zählt zu den absoluten Klassikern.

 

Die Cuernos del Paine, im Vordergrund der Lago Pehoe.

Die Cuernos del Paine, im Vordergrund der Lago Pehoe.

 

Guanaco vor dem Paine Massiv.

Guanaco vor dem Paine Massiv.

 

Silvan umgeben von einer Guanaco Herde.

Silvan umgeben von einer Guanaco Herde.

 

Zartes Abendrot über dem Paine Massiv.

Zartes Abendrot über dem Paine Massiv.

 

Jürgen und Frank auf der Pirsch... :)

Jürgen und Frank auf der Pirsch… :)

 

Normalerweise sind die Flamingos rosa gefärbt. Ab und zu gibt es aber sozusagen auch schwarze Schafe. :)

Normalerweise sind die Flamingos rosa gefärbt. Ab und zu gibt es aber sozusagen auch schwarze Schafe. :)

 

Eine der wenigen Gelegenheiten für Street Fotografie in Puerto Natales.

Eine der wenigen Gelegenheiten für Street Fotografie in Puerto Natales.

 

Ankunft in unserem Camp auf der Isla Carlos III bei Dämmerung.

Ankunft in unserem Camp auf der Isla Carlos III bei Dämmerung.

 

Ein Fischerboot legt zur blauen Stunde in unserem Camp an um Trinkwasser zu besorgen.

Ein Fischerboot legt zur blauen Stunde in unserem Camp an um Trinkwasser zu besorgen.

 

Eine seltene Delfinart gab es auf der Walbeobachtung auch zu bestaunen.

Eine seltene Delfinart gab es auf der Walbeobachtung auch zu bestaunen.

 

Bei dichtem Schneetreiben vor einem Gletscher am Ende der Welt. Surreal!

Bei dichtem Schneetreiben vor einem Gletscher am Ende der Welt. Surreal!

 

Leuchtturm an der Magellanstraße.

Leuchtturm an der Magellanstraße.

Zurück in der Zivilisation.

Zurück in der Zivilisation.