Reisebericht Vietnam & Kambodscha 2023

Martin Skjeldal 22.12.2023

Bevor das Jahr schon wieder vorbei ist, möchte ich mit euch noch den Reisebericht von Vietnam und Kambodscha teilen. Das Reisejahr hat nämlich mit einer Tour Premiere angefangen, die ich euch nicht unterschlagen möchte. Wir hatten eine fantastische Zeit, die auch abseits der ausgetretenen Touristenpfade stattfand. Was wir dabei alles erlebt haben und wie die nächste Fotoreise nach Indochina aussieht, erfahrt ihr in diesem Blogartikel.

Es war so ähnlich wie jetzt im Dezember. Nach gefühlt 30 grauen Januartagen war die perfekte Zeit, um nach Südostasien aufzubrechen. Auch wenn ich mal wieder aus anderen Projekten entführt wurde, freute ich mich doch sehr auf diese Fotoreise in einem Teil Asiens, den man vor allem aus zahlreichen Hollywood Filmen und aufgrund seiner tragischen Geschichte kennt. Aber dazu später mehr. Wie erwartet war das wuselige Großstadtleben Hanois bereits der erste Höhepunkt dieser Fotoreise. Ich war zwei Tage vor meiner Gruppe angereist, um mich schon zu akklimatisieren und mit einigen Ecken der Stadt vertraut zu machen. Erfreulicherweise stand mir dafür bereits unser Guide Mr. Son zur Verfügung, selbst Fotograf und wie sich unterwegs bestätigte, eine wertvolle Unterstützung bei der Durchführung dieser Fotoreise. Als Beifahrer auf Sons Motoroller konnte ich also schon einen guten Eindruck von Hanoi bekommen, denn wir sind ganz schön rumgekommen.

Hanoi – Zentrum des Nordens mit viel Geschichte

Die Straßen der Altstadt, in dem auch unser schönes Hotel liegt, sind der perfekte Ort für Streetfotografie. Die vielen Straßenstände sind visuell sehr vielfältig und herausfordernd. Im Zusammenspiel mit den fremden Gerüchen und den vielen Motorollern, die in ganz Vietnam das Straßenbild prägen und mit denen man sich in der Altstadt die Straßenzüge teilt, fühlt man sich sofort mittendrin im Geschehen. Die Pandemie hat einiges verändert und so war es gut vorab schon einige Erkundungen anzustellen. Man kann sich beispielsweise an einem sehr bekannten Abschnitt der Eisenbahnstrecke, an dem der Zug sehr dicht an den Häusern vorbeifährt, inzwischen nicht mehr frei bewegen. Auch ohne durchfahrenden Zug konnten wir dort noch einige schöne Aufnahmen machen. Meine Gruppe wäre gerne noch einen Tag länger in Hanoi geblieben, aber es gab ja noch einiges zu sehen. So ging es schließlich schon am zweiten Tag weiter nach Ninh Binh. Dort hat uns leider ein Regentag ereilt, sodass wir das Programm kurzerhand umgestellt haben. Anstatt von einem Aussichtspunkt die Reisfelder und die Flusslandschaft zu fotografieren, sind wir zu einem Tempel gefahren, wo wir spontan ein Fotoshooting mit einem musizierenden alten Mönch gemacht haben. Für Porträtfotografie ist Vietnam absolut prädestiniert, denn die Menschen sind sehr aufgeschlossen, neugierig und geduldig.

Die berühmte Ha Long Bucht

Bei der Ha Long Bucht von einem Geheimtipp zu sprechen wäre natürlich ein Witz. Man bekommt das große Interesse an dieser Region schnell zu spüren. Ich war dann ganz froh, als wir auf unserem exklusiv gecharterten Schiff waren. Wie der Zufall es so wollte, bekamen wir noch ein Riesen-Upgrade, denn wie sich herausstellte, durften wir aus technischen Gründen auf ein anderes Schiff wechseln, dass eine Kategorie höher angesiedelt war und somit wurde unser Ausflug in die Halong-Bucht doch ziemlich luxuriös mit riesigen Kabinen mit großen Balkonen, Hummer und Champagner und allem was sonst noch so dazugehört. Und die Karstfelsen vor der Küste Vietnams sind wirklich ziemlich spektakulär. Das ganze Ausmaß sieht man vor allem auf den Luftaufnahmen. Umgeben von dieser Landschaft aufzuwachen ist sowieso ein großes Privileg. Wir konnten dort außerdem noch einige Vietnamesen sehen, die auf ihren Booten leben. Es war einer dieser Einblicke in das alte, traditionelle Leben in Vietnam, das man an mancher Stelle so langsam verschwinden sieht. Die riesige Höhlenanlage, die wir dann noch besuchen konnten, war sehr beeindruckend, aber auch ein ziemlicher Touristenmagnet. Schließlich ging es dann wieder an Land und weiter nach Hanoi.

Ab in den Süden – Hue + Hoi An

Nach einem kurzen Inlandsflug war es dann vorbei mit den kühlen Temperaturen. Hue ist eine interessante Stadt mit vielen schönen Tempeln und Pagoden. Um den prächtigen Gebäuden etwas mehr Leben einzuhauchen, haben wir uns zwei Models in traditioneller Kleidung gebucht, um sie mit etwas Leben zu füllen. Auf den Fotos macht das einfach einen Riesen-Unterschied und deshalb werden wir diese Strategie auch auf zukünftigen Reisen wieder anwenden. Zum Glück sind in Vietnam die Straßen meist sehr gut bevölkert, sodass auch die klassische Streetfotografie nie zu kurz kommt. Die Stadt Hoi An, die als nächstes auf unserer Reiseroute lag, ist vor allem durch die bunt beleuchteten Straßenzüge bekannt. Die vielen Laternen sind für Fotografen natürlich ein sehr reizvolles Bildelement. Etwas erschrocken waren wir jedoch über die große Anzahl Touristen. Es hat sich definitiv schon herumgesprochen, wie schön es hier ist. Besonders gefallen hat mir in Hoi An auf jeden Fall unsere Fahrrad-Tour durch die Reis- und Gemüsefelder, die uns an den vielen kleinen Kanälen außerhalb der Stadt vorbeiführte. Da gab es unterwegs jede Menge schöne Fotomotive.

Saigon – die pulsierende Metropole Vietnams

Danach ging es dann in die zweite Großstadt Vietnams. Auch wenn der offizielle Name Ho-Chi-Minh-Stadt ist, nennen selbst die Einheimischen ihre Stadt noch immer Saigon. Also nehme ich mir hier auch mal diese Freiheit. In Saigon pulsiert das Leben! Die Stadt hat einen ganz anderen Rhythmus als Hanoi, das wir am Anfang der Reise kennenlernen durften. Während im Norden noch mehr Tradition spürbar ist, sind hier die wirtschaftlichen Verflechtungen und das Kapital allgegenwärtig. Ausdruck davon ist wie in Hongkong oder Singapur natürlich die Skyline, die wir auch gebührend in Szene gesetzt haben. Ein absolutes Highlight war dann unsere nächtliche Vespa-Tour durch den Großstadtverkehr mit einige kulinarischen Stopps auf der Strecke. Und kein Vietnam-Besuch darf ohne Einblick in die bewegende Geschichte des Landes stattfinden. Deshalb war der Besuch des berüchtigten Cu-Chi-Tunnelsystems nahe Saigon ebenfalls obligatorisch. Was sehr heiter Begann mit einer Fahrt in alten Jeeps, wurde dann zu einem sehr eindrücklichen Erlebnis, nachdem wir viele Einzelheiten zum Krieg erfahren konnten, der 14 Jahre lang in dieser Region gewütet hat.

Das Mekong-Delta und die Schwimmenden Märkte

Einer der großen Höhepunkte sollten dann die schwimmenden Märkte sein, auf denen die Waren wie vor hundert Jahren noch auf dem Wasser von Boot zu Boot ausgetauscht werden. Etwas ungewiss war dieser Programmpunkt im Vorfeld allerdings schon, denn mit der Zeit werden die Märkte immer kleiner und wir wussten auch nicht so genau welchen Einfluss die Pandemie hier genommen hatte. Der erste schwimmende Markt war dann auch eher eine Enttäuschung. Weniger aufgrund mangelnden Booten, als aufgrund der unerwartet regen Publikumsverkehrs an Touristen. Deshalb sind wir dann noch einmal etwas tiefer in das Delta gefahren, wo wir schließlich auch die einzigen Besucher von außerhalb waren. Auch hier war der Markt allerdings im Vergleich schon merklich geschrumpft, sodass davon auszugehen ist, dass er irgendwann ganz verschwunden ist. Heutzutage gibt es im Mekong-Delta genug Brücken, die die Schwimmenden Märkte nach und nach verschwinden lassen, denn man kann seine Waren nun auch auf dem Landweg transportieren. Traurig für uns Fotografen, aber sicher eine nachvollziehbare Entwicklung.

Kambodscha / Angkor Wat

Zurück in Saigon ging es unsere Fotogruppe dann auch schon weiter ins Nachbarland Kambodscha. Die Tempelanlangen von Angkor Wat sind dort das logische Ziel, denn sie sind mehr als beeindruckend. Wir haben dann auch viel Zeit auf dem weitläufigen Gelände der Ruinenstätte verbracht, was sehr eindrucksvoll war und schöne Fotomotive geliefert hat. Besonders spannend war für uns Streetfotografen dann aber der Ausflug zum Inle See. Allein der Dorfbesuch hat uns eine Fülle an Motiven für Street- und Porträtfotografie geboten. Spielende Kinder sind immer ein dankbares Motiv und die Frauen konnten wir dabei fotografieren, wie sie die Fische zum Trocknen ausgelegt haben. Auf dem See leben einige Menschen noch heute in schwimmenden Häusern und die Männer beim Karten spielen auf den zusammengebundenen Booten zu sehen, war ebenfalls ein tolles Motiv.

Phu Quoc

Nach dem offiziellen Teil dieser Fotoreise bin ich dann noch mit zwei Teilnehmern auf die Insel Phu Quoc geflogen. Dort haben wir uns noch spontan einen lokalen Guide besorgt, der uns die Ecken der Stadt gezeigt hat, in denen man garantiert keine Touristen findet und mit dem wir per Boot noch einen faszinierenden Ausflug zu den in der Bucht ankernden Fischkuttern gemacht haben. Was bei uns nur schwer vorstellbar ist, war dort kein Problem. Wir konnten einfach die Boote betreten und fotografieren. Das sind dann die Fotos, die sicher kein gewöhnlicher Tourist mit nach Hause bringt. Es war einfach grandios!

Nach diesen Erlebnissen freue ich mich schon total auf die Fortsetzung unserer Abenteuer in Indochina. Die nächste Fotoreise nach Vietnam und Kambodscha ist für September 2025 geplant. Dann wollen wir zur „Golden Season“ auch die Reisterrassen im Norden Vietnams kurz vor bzw. während der Reisernte fotografieren und dort auch einige Dorfbesuche machen.

Teilen: